Rundschreiben 2015 A

Hier das Rundschreiben nochmals bildlich aufgeführt.

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Nepal 5. Bericht und Abschlußbericht

Liebe Freunde in der Not Nepals,

bis vor 3 Tagen waren wir überzeugt, dass die Tragödie, das Elend der Katastrophe keine Steigerung mehr erfahren kann.
Wir wurden am 30. Mai bei einem Helikopterflug in das Epizentrum und die entlegenen Gebiete im Himalaya eines schrecklich 'Besseren' belehrt.
Der Anblick auf ein nicht mehr existierendes Langtang-Village, in dem wir noch vor einigen Monaten zwei Tage und drei Nächte verbracht haben mit seinen über 100 Lodgen und alten Bauernhäusern, den freundlichen Menschen bei der Arbeit zugesehen haben, den Kindern beim Spielen, existiert nicht mehr. Ein Erdrutsch mit Geröll und Fels und Schutt und Sand hat alles unter sich begraben. 104 Trecker, die gesamte Dorfbevölkerung und die vielen nepalesischen Führer für die Touristen sind ums Leben gekommen. Die Zahl der Nepali ist ungewiss, da sie sich bei den Check-posts nicht eintragen müssen. Kein Mensch im Ort hat die Katastrophe überlebt.
Man schätzt mit Langthang-Village 400 Tote.
Benachbarte Orte wie Tulu Shyabru sind total zerstört, Gatlang, das traditiolle Tamange-Village teilweise, mit 48 Toten.
Kanyjing Gompa, das beliebte Trekkingziel, ist teilweise zerstört; einzelne Yaks irren verstört umher; kein Mensch ist mehr vor Ort; trotzdem blühen wie jedes Jahr oberhalb von Langthang-Village die blauen kleinen Iris.
Die Menschen, die in Singathi, dem Epizentrum des zweiten Bebens, noch am Leben und nicht aus Angst geflohen sind, leider unter der großen Hitze. In dem engen Flusstal, das nur 900m hoch liegt, beträgt die Temperatur am Tag immer über 30°. Die Menschen hausen in oft dunkel gefärbten Zelten;sie sind bei Temperaturen im Zelt bei über 50° wie gelähmt und antriebslos. Die Krankenstation in Hindi an der tibetischen Grenze ist beim zweiten Beben mit dem gesamten Ort zerstört worden. Dieses Beben hat die zwei angrenzenden Hänge zum abrutschen gebracht und das Personal und die anwesenden Mitarbeiter des Dhulikhel Hospital konnten sich im letzten Moment in Sicherheit bringen. Bericht von Roshan:ich hatte mit meinem Leben bereits abgeschlossen-meim zweites Leben hat begonnen.Die Bewohner des Dorfes sind am Verzweifeln. Sie haben 5 Wochen nach dem Beben noch keinen Helfer, Hilfsmittel, Essen, Zelte bekommen. Sie haben kein Trinkwasser, hungern und leben in Todesangst, dass die Erdrutsche bei den Nachbeben von neuem aktiv werden. Nach unserer Rückkehr und Bericht an Dr. Ram ist wenige Stunden später ein Lastwagen mit den Hilfsguetern losgechickt worden
Trauriges und erschütterndes Fazit: Überversorgung der großen internationalen Hilfsorganisationen im Kathmandutal und fehlende Hilfe in entlegenen Gebieten.
Der von Millionen Trekkern begangene und beliebte Trail von Jiri über Paphlu nach Karikhola und weiter nach Lukla und zum Everest Basecamp oder Gokyio Peak ist schwer betroffen; die malerischen Häuser und Orte teilweise zerstört.
Die beiden Aussenstationen des Dhulikhel Krankenhauses in der Gegend – Karikhola und Dorpu – sind einsturzgefährdet, deshalb werden die Erdbebenopfer nach wie vor in Zelten behandelt.
Besuch mit Landcruizer am nächsten Tag im Distrikt Noakot mit der Distrikthauptstadt Trisuli Bazar, Ausgangspunkt auch für Langthang-Trekk, Ganesh Himal und Tamange Heritage Trekk, mit seinen 68 Gemeinden und
500 000 Bewohnern: hier sind 95 % der Häuser dem Erdboden gleich. Generell gilt, dass nur die Häuser, die mit Eisenbeton und Stützpfeilersystem gebaut wurden, dem Beben standgehalten haben. Die im traditionellen Stil erbauten Häuser – Ziegel, Stein, Lehm – meist der armen Bevölkerung sind nur noch Schutthaufen. Hier sind die Häuser auf Grund der Flussnähe mit runden Flusskieseln und nicht mit behauenen Steinquadern erbaut und deshalb am wenigsten widerstandsfähig gegen die Erschütterung der Beben gewesen.

Genau so stark betroffen ist der Distrikt Dhading mit der Hospital Aussenstation, Nachbardistrikt zum Gorkha-Distrikt, dem Epizentrum des ersten Bebens.

Heute, am 1. Juni, haben wir intensiv die Situation im Dhulikhel Hospital erlebt und erlitten. Was die Leistung von Dr. Ram und seinem Team anbelangt, dies ist eigentlich unbeschreiblich und bewundernswert. Was die Erdbebenopfer, ihre körperlichen und seelischen Verletzungen, ihre Tragödien, ihre Einzelschicksale, ihre Operationen, ihre Behandlungen, ihre Zukunftsaussichten anbelangt, fehlen uns die Worte.
Der große Trost für uns ist, wie diese Menschen von den Mitarbeitern des Krankenhauses aufgefangen und begleitet werden.

Horst + Ursula Schmel

Abschlussbericht

Liebe Freunde in der Not Nepals,

Eure große Anteilnahme und Rückmeldungen waren uns in diesen schweren Stunden in Nepal Trost und Hilfe.
Ihr habt bewiesen, dass Ihr echte Freunde dieser von einer großen Katastrophe heimgesuchten Menschen seid, gerade jetzt und nicht nur in den vielen schönen Stunden, die meisten von uns in diesen wundervollen Land mit seinen so freundlichen und liebenswerten Menschen verbringen durften.
Wir haben viel positive Hilfe gesehen aber leider auch Verschwendung und Missbrauch von Spendengeldern. Deshalb erlaubt uns eine Erklärung in eigener Sache: es wurde nicht ein Cent von Spendengeldern für diese 14tägige Reise verwendet. Es gilt weiterhin, dass Eure Hilfe 1:1 den Erdbebenopfern zugute kommt.
Das Interesse in Deutschland ist leider geringer geworden, aber es gibt noch viel für lange Zeit zu tun.

Namasté Horst + Ursula Schmel

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